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Oriens Extremus 62 kommt!

Ausgabe 62.2026 widmet sich der "Rache"

Oriens Extremus 62 ist die erste Ausgabe seit der Umstellung auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus. Sie bietet einen Themenschwerpunkt zu "Exploring revenge across Chinese history", betreut von Gastherausgeber Markus Haselbeck und mit Beiträgen von Michael Nylan, Wen Ruoxuan, Marco Pouget, Joachim Gentz, Zhang Rui, Raffaela Rettinger, Alison Bailey, Woohui Park und Zhang Huiwen. Außerdem schreibt Sebastian Veg über die Begriffsgeschichte des "Intellektuellen" im modernen China und wir setzen die Serie akademischer Übersetzungen mit einem Artikel zur "universellen Liebe" (bo'ai 博爱) fort, verfasst von Chu Lijuan und übersetzt von Carissa Fletcher.

Willkommen auf der Webseite von Oriens Extremus. Seit seiner Gründung 1954 steht Oriens Extremus in ungebrochener Tradition für herausragende Forschung zur ostasiatischen Kultur- und Geistesgeschichte.
2013 hat die Zeitschrift sich ein neues Profil gegeben, das darauf abzielt, neue Perspektiven in der Ostasien-Forschung zu eröffnen und den Austausch mit Wissenschaftlern aus benachbarten Disziplinen zu fördern. Mehr…

Oriens Extremus Monograph Series

Volume 1 of the new series has been published

Wei Yuan 魏源 (1794‒1857) gilt gemeinhin als wichtiger Denker einer frühen „Aufklärung“ am Beginn der chinesischen Moderne. Dabei ist stets unklar geblieben, was mit „Moderne“ eigentlich gemeint sein soll und wie man sie bestimmt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass eine der wichtigsten Quellen für Wei Yuans Denken, das Mogu 默觚, nie eingehend untersucht wurde. Stefan Christ legt mit den Stillen Notizen erstmals eine vollständige Übersetzung dieses Werks vor. Zugleich hinterfragt er kritisch, wie es um die Modernität seines Autors bestellt ist und welches aufklärerische Potenzial das frühe 19. Jahrhundert in China bot. Dabei zeichnet er das faszinierende Bild eines Grenzgängers zwischen den Zeiten: Scharfsinnig registriert Wei Yuan die Bruchstellen der alten Ordnung, sucht aber dennoch Halt in ihr. Er beobachtet eine sich wandelnde und komplexe Welt, die sich nicht mehr auf ein einheitliches Prinzip zurückführen lässt, sieht aber zugleich in der konfuzianischen Tradition einen Weg, um die Steuerungsmöglichkeiten des Zentrums zu bewahren. Er durchdenkt die Eigenlogiken von Politik und Wirtschaft konsequent, aber kann sie nicht auf neue Begriffe bringen.

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